Immer Richtung Norden

Erstellt am Dienstag 22. Januar 2008 von admin.
Kategorien: 03 Januar 2008 Argentinien CHile.

Nach entspannten Tagen in Ushuaia gings ueber schoene Pisten jetzt Richtung Norden.Mal sehen wie weit ich komme…


Ueber kleine Pisten kam der naechste Grenzuebertritt wieder nach Chile.Wenn das so weitergeht ist der Pass bald voll!
Die Grenzpolizisten meinten,wir sollten uns erstmal den Fluss ansehen und dann entscheiden,ob wir Argentinien wirklich “auf diesem Wege” verlassen wollen!
Gesagt,getan…

Wenn dann alle Motorraeder heil ruebergekommen sind und die Fuesse wieder aufgetaut sind stellt sich dann auch das gute Gefuehl “ein kleines Abenteuer” erlebt zu haben ein!

Auf dem Weg zum Nationalpark Torres del Paine hat sich meine Laesterei ueber andere nicht funktionierende Mopeds dann auch geraecht,als mein Zebra ploetzlich lahmte und die Elektrik verrueckt spielte.


Aber dank der besten Mitreisenden der Welt konnte das verantwortliche Kabel an der CDI Einheit (relativ) schnell gefunden werden und ich war sichtlich erleichtert,als der erste Zuendfunke wieder kam!

Der Nationalpark Torres del Paine ist sicherlich einer der schoensten Fleckchen Erde,die ich bis jetzt gesehen habe.
Quasi hinter jeder Kurve kommt ein neuer fantastischer Ausblick.

Unsere Plaene dort zu wandern sind leider dadurch gescheitert,dass Ra sich beim Stuerzen den Fuss verdreht hat und so mussten wir “notgedrungen”
den Wanderproviant auf dem Campingplatz vertilgen!


Aber zumindest ich war nicht boese drum.Berge sehen aus der Entfernung auch nicht schlecht aus!
Wieder auf argentinischer Seite(mit noch mehr Stempeln im Pass)
kam gleich das naechste Highlight.
Der Gletscher Perito Moreno.

14 km lang und bis zu 60 Meter hoch.
Immerhin 2 Meter pro Tag schiebt das Eis nach vorne,sodass man mit ein bisschen Glueck,was uns vergoennt war miterleben kann wie riesige Brocken abbrechen und unter lautem Krachen in den See stuerzen.

Man kann Stunden dort verbringen und dem Knacken des Eises lauschen.
Bloss der Whisky hat zum Gletschereis gefehlt!
Und wenn wir schon bei Highlights sind:
Der Park um den Berg Fitz Roy ist ebenfalls gigantisch.
Ueber 3000 Meter hoch und mit fantastischen Wanderwegen rundherum!
Mit genuegend Proviant bestueckt haben Ralf und ich es immerhin auf 3 Stunden wandern (plus 1 Stunde um die Sandwiches,Empanadas,Brot und den Kuchen zu vernichten)gebracht.


Gottseidank hat unser Meisterkoch Gerben uns Abends mit einem kulinarischen Gedicht ueberrascht und wieder zu Kraeften gebracht.


Wandern kann schon anstrengend sein:-)

Der Stichweg zum nahe gelegenen See war dann schon wieder mehr nach unserem
Geschmack!Ein tuerkiser Fluss zur rechten Seite und rundherum Berge und gruene Waelder.

Leider endet die Strasse am See del Desierto und um nach Chile zu kommen muss man “nur” 800 km aussen rum fahren, um auf gleicher Hoehe auf chilenischer Seite zu landen.


Die Entfernungen hier sind schon gigantisch. Auf der Ruta 40 faehrt man 350 km von einem Ort zum anderen. Und “Ort” heisst hier: 5 Haeuser . In der Mitte kommt dann noch ein Schild “Farm in 60 km”.
Wer wohnt hier???
Und wie kommt man auf die Idee das Ganze mit dem Fahrrad zu machen???
Die man hier doch Zahlreich sieht.

Wegen “leichter” Abnutzungserscheinungen an Gerbens Kette haben sich unsere Wege vorerst getrennt,sodass ich jetzt mit Ali allein unterwegs bin.

In Bajo Caracoles gab es dann das erstmals keinen Sprit an der Tanke.So hiess es bei echtem Cafe(was hier nicht selbstverstaendlich ist,da es meisst nur heisses Wasser und Pulvercafe gibt) einen Tag warten.

Immerhin habe ich dort meine neuen Lieblingstiere beobachten koennen. 2 Stinktiere “vergnuegten” sich ein wenig und als ich Fotos machen wollte sprang das eine aufgeregt schnuppernd von einem Bein aufs andere.Wahnsinnig suess. Man mag mir allerdings vergeben,dass ich nicht naeher herrangegangen bin….

Da Kultur unterwegs nicht fehlen darf, musste ein Abstecher zu den cuevas de las manos(Hoehlen der Haende)natuerlich nicht fehlen.

Die Felszeichnungen sind bis zu 10000 Jahre alt. Neben unzaehligen Haenden sieht man Jagdszenen und allerlei andere Tiere.Sehr beeindruckend.

Nach kleinen Umwegenund zum Lago Posada

und nach Las Antiguos gings dann wiedermal nach Chile und diesmal hat die Schnuggeltechnik zumindest ausgereicht Zwiebeln mit rueberzunehmen.
Die Careterra austral ist die Strasse,auf die ich mich sehr gefreut habe.
Auf dieser Seite der Anden gibt es kaum Wind und es ist wesentlich gruener.


Dank bestem Wetter war es dann auch ein riesiger Genuss hier zu fahren.
Leider plant die Regierung hier einen Stausee zur Stromversorgung zu bauen,was sicherlich das Ende der Abenteuerstrecke zur Folge haette.
In den Orten hier fuehlt man sich um einiges in der Zeit zurueckversetzt.
Waschen heisst hier ein Feuer unter der Tonne zu machen um das Wasser heiss zu kriegen und zum Spuelen geht es dann in den Fluss….


Umweltbewusstsein scheint es hier nicht zu geben,aber wer mag es den Menschen die hier leben verdenken?