Kolumbien

Erstellt am Mittwoch 29. Oktober 2008 von admin.
Kategorien: 12 Oktober 2008 Kolumbien.

also erstmal vorweg…..das Daumendrücken scheint geholfen zu haben und zumindest das Nötigste konnte ich innerhalb eines Tages bekommen, was hier in Südamerika schon aussergewöhnlich ist!
Nachdem die Globusbiker und ich nun schon ne Weile zusammen unterwegs sind war der Abschied schon ein bisschen traurig.Aber die Beiden wollen schnell nach Quito, um ein paar Pakete aus Deutschland in Empfang zu nehmen und mich zieht es an die Küste.
Und ausnahmsweise nicht nur wegen der Temperaturen!
Mein Ziel ist Puerto Lopez , wo ich eine Walewatchtour machen möchte.
Der Weg von den Begen runter zur Küste ist wiedermal eine wahnsinnig schöne Strecken. Erst schaut man über Täler in denen die Wolken so plastisch aussehen,

dass man meint Sie anfassen zu können ….was leider nicht der Fall ist, sobald man in die Wolken hineinfährt.
Es ist extrem nebelig und und die tropische Vegetation lässt sich nur vage erahnen.

Dann irgendwann unter den Wolken und an der Küste ist es dann plötzlich 10 grad wärmer…..beeindruckt mich immer wieder wie schnell sich die Landschaft innerhalb weniger Kilometer ändert.

Zwar ist wegen der dicken Wolkenschicht nicht wirkliches Strandwetter, aber viele nette Begegnungen mit den Einheimischen gleichen das allemal aus!
In Puerto Lopez, einem kleinen Fischerdorf, buche ich dann laut (deutschem) Reiseführer die “Galapagostour für Arme”

Erst geht es mit einem kleinen Motorboot raus aufs Meer zum Wale schauen.Hab leider keine Ahnung was für Wale das waren, aber im Vergleich zu denen in Argentinien waren Sie viel kleiner, aber wesentlich agiler.

Walfluke

Ständig tauchten die Fluken auf oder gleich der ganze Wal, der unter lautem Krachen dann wieder ins Wasser viel. Einfach unglaublich!Und so spannend, dass ich glatt vergas Fotos zu machen!
Weiter gings dann auf die Isla de Plata.
Dort gab es Meereschildkroeten und jede Menge Blaufusstölpel und andere Vogelarten zu bestaunen.

Blaufusstoelpel

zeig her deine Fuesse...

zeig her deine Fuesse...


Das Unglaubliche ist, dass diese Vögel in keinster Weise Angst vor den Leuten zu scheinen haben oder flüchten würden.
Ausserdem nisten Sie mitten auf dem Trampelpfad und so muss man quasi fast über Sie rübersteigen um weiter zu kommen.

Isla de la Plata

Isla de la Plata

Kueste Isla de la Plata

Nach dem Rundgang über die Insel gings dann mit Schnorchelausrüstung ins Wasser. Etliche bunte Fische,Grosse und Kleine, die man sonst nur in Aquarien sieht.(oder ich zumidest)
Ein echt tolles Gefühl durch ganze Schwärme einfach hindurchzutauchen!
Die Ruckfahrt war dann ein echter Adrenalinschub!Mit 100 Sachen bei rauher See über die hohen Wellen…….also zusammenfassend ein perfekter Tag!

Bevor es wieder ins Innland geht mache ich noch einen kleinen Abstecher nach Montechristi.
Hier werden die feinsten Panamahüte hergestellt.


Der berühmte Panamahut kommt nämlich nicht aus Panama, sondern aus Equador!!!!!Je nach Dicke der Faser kann die Herstellung sehr langwierig und aufwändig sein, so dass feinste Panama-Hüte mehrere Tausend US-Dollar kosten können!
Ursprünglich nur bei den unteren Bevölkerungsschichten und Arbeitern wegen der breiten Sonnenkrempe beliebt eroberte er Europa und Nordamerika.Ernest Hemingway und El Capone gehören wohl zu den bekanntesten Trägern.
Soviel mal zu kulturellen Informationen.

Von da gehts wieder durch dicke Wolkenschichten Richtung Berge.


Es ist Wahltag und die neue Verfassung wird mit deutlicher Mehrheit angenommen.Was Für mich heisst, dass ich in der Nacht kein Auge zumachen kann, da dieser Erfolg natürlich die ganze Nacht gefeiert werden muss und hupende Autos, lauter Musik aus jedem Haus nicht daran denken lassen auch nur ein wenig zu schlafen!

Dementsprechend machen mir die 3800 m Höhe am nächsten Tag sehr zu schaffen und im Restaurant dreht sich plötzlich alles und das nächste an das ich mich erinnern kann, ist dass ich mit meinem Kopf auf dem Tisch wieder aufwache und mich frage wo ich bin!

So verbringe ich die nächsten 15 Stunden im Bett und warte darauf, dass sich mein Körper ein weiteres Mal an die Höhe anpasst.
Am nächsten Tag kann ich dann mit neuer Energie die Lnadschaft und den See im Vulkankrater mit neuer Energie bei einem Spaziergang geniessen.

Als ich weiter fahren will fragt der Besitzer etwas schüchtern, ob ich ihm vielleicht bei seinem Moped, dass einen Platten hat, helfen könnte.Da er kein Werkzeug hat, kann er den Reifen leider nicht ausbauen.
Zusammen nehmen wir uns des Problems an und bald versammeln sich die Leute aus den umliegenden Häusern um uns und beobachten gespannt, was ich den da wohl so mache.

Leider kann ich kein Wort verstehen, da Sie nicht Spanisch, sondern eine andere Sprache sprechen, die hier unter der indianischen Bevölkerung weitaus verbreiteter ist!
Nach 2 Stunden ist auch mein letzter Flicken auf dem alten Schlauch und wir bauen Alles wieder zusammen. Für meine ARbeit möchte er mir sogar Geld geben, was ich dankend ablehne.
ZurÚck auf der Panamerikana geht es an weiteren tollen Vulkanen, die ich aber aufgrund der Wolken nur vage erahnen kann.So entgeht mir der Anblick des (sofern man Equadorianerfragt) der Anblick des höchsten Berges der Welt.
Wenn man aufgrund der eliptischen Form der Erdkugel ausgeht, ist der Chimborazo nämlich weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als der Mount Everest!Um 2000 Meter!Jawohl!
So düse ich schnell weiter nach Quito und komme im Casa helbling unter. Wiedereinmal ein toller Ort um ein paar Tage zu verweilen und die Zeit zu nutzen, um die Dinge zu besorgen, die ich in Cuenca nicht bekommen konnte. Reifen und Kettensatz benötige ich dringend.Reifen finde ich zwar nach ein paar Stunden suchen, aber die Werkstatt, die mir versichert, den kompletten Kettensatz hierzuhaben und bis morgen einzubauen erzählt mir am nächsten Tag, dass sie leider kein Kettenblatt haben und auch keine O-Ring Kette……hätte mich auch überrascht.
Naja, in Kolumbien starte ich dann wohl den nächsten Versuch.Damit auch ja keine Langeweile aufkommt!
Der nächste Stopp Richtung Norden ist Otavalo. Hier gibt es jeden Samstag einen riesigen Markt, auf dem man wirklich Alles kaufen kann.

Besonders nett sind die vielen Frauen, die stolz ihre traditionelle Kleidung tragen.
Natuerlich kann ich nict widerstehen und kaufe etliche Souvenirs die ich gleich per Paket nach Hause schicke!

Da es in der Gegend viel zu entdecken gibt, bleibe ich noch einen weiteren Tag und erkunde die Lagunen und kleinen Strassen rund um Otavalo

Kurz vor der Grenze ueberquere ich dann das erstemal per Landweg den Equator!


Dass mit in unterschiedlich drehender Richtung des abfliessendes Wassers kann ich zwar nicht bestaetigen(Bei meinem Test jeweils gegen den Uhrzeigersinn!), aber trotzdem ein tolles Gefuehl direkt auf der Nulllinie zu stehen!
Und kurze Zeit spaeter gibt es auch schon den naechsten Grund zu feiern, da der Tachometer die magische 100.000 km ueberschreitet und nun wieder jungfraeulich neu aussschaut!


….ob mir jemand glaubt, dass das Motorrad “neu” ist????

Und dann bin ich auch schon im naechsten und wahrscheinlich letzten Land hier in Suedamerika: Kolumbien!
Gleich kurz hinter der Grenze habe ich die erste nette Begegnung, der noch viele folgen sollten.
Bei dem Fotostopp fuer eine gothische Kirche,

die mitten auf einer Bruecke in einer Art Schlucht gebaut ist, spricht mich eine Frau an, woher ich denn komme. Im laufe des Gespraechs fragt sie viermal nach, ob ich denn wirklich allein fahre und kann es gar nicht glauben. Dann will sie wissen, ob ich katholisch bin.Schliesslich soll es nicht beleidigend fuer mich sein(falls ich nicht glaeubig bin), als sie mich zum Abschluss segnet und mir eine tolle Weiterfahrt wuenscht!
Ueberhaupt sind die Menschen hier extrem freundlich und hilfsbereit!
So fuehle ich mich schnell wohl hier und es faellt schwer sich jeweils von den einzelnen Orten wieder loszureissen und weiterzufahren.
Durch Zufall gerate ich in Pereira in ein Motorradtreffen und es ist beeindruckend wie viele Harleys und andere grosse Maschinen hier anzutreffen sind!

Natürlich falle ich da (ein ganz klein wenig) aus dem Rahmen und muss etliche Fragen beantworten und für Fotos herhalten.Sicherlich nicht die schlimmste Erfahrung.:-)

Leider soll die Teilnahme inklusive zwei Mahlzeiten und Eintritt in die Disko umgerechnet 45 Euro kosten….also schliesse ich mich einer Gruppe Kolumbianer an und gemeinsam verbringen wir ein tolles Wochenende.

Ueber kleine STrassen geht es rund um Pereira zu tollen Orten und lerne einiges ueber Kolumbien und das Leben hier kennen!

Falls sich irgendjemand wundern sollte , wegen der stylischen Westen…die sind hier leider Pflicht…

Am letzten Morgen stehen wir alle um fünf!!!!!! Uhr früh auf, ich verabschieden mich von allen und düse nach Medellin, neben Bogota die grösste Stadt hier in Kolumbien!

Dort treffe ich Dave un Theo, beide kommen gerade aus Panama und wir tauschen viele Tips aus und die Tage vergehen wie im Flug.

Über Theos Seite www.world-tourer.de kann man Geld spenden. Auf seiner Motorradreise um die Welt besucht er einige Projekte und entscheidet vor Ort wo das Geld, was gespendet wurde, zu 100 Prozent hingeht.

Falls also einer noch eine Möglichkeit sucht Geld für einen guten Zweck zu spenden…..ist ja uch schon bald wieder weihnchten, wenn man sich die Gestaltung in den Geschäften anschaut!)

Aber auch hier reisse ich mich mühsam los und nach einem letzten Pass mit fiesem Gewitter wird die Landschaft flacher, grüner und deutlich wärmer.

Und da is es:das karibische Meer!

Und dazu eine der schönsten Städte, die ich bisher gesehen habe!

Cartagena!

Der historische Stadtkern ,der von einer Art Festungsmauer umgeben ist, lädt zu langen Spaziergängen ein , es gibt viele tolle Cafes zum verweilen und der Sonnenuntergang mit Blick auf die “neue” Stadt….hach!Schön!

Nach dem Vorgeschmack fällt die Entscheidung nicht schwer, einen Ausflug zum Playa blanca zu machen.

Wenn man über Nacht bleiben will kann man sich für wenig Geld eine Hängematte mieten

und für ebenfalls wenig Geld frischen Fisch oder Shrimps kaufen, die der Besitzer Edgar dann zubereitet.

Dazu eine Flasche Rum und der Karibiktraum ist perfekt!

“Leider” kommt das Boot nicht wie verabredet am nächsten Tag zurück, um uns abzuholen und so müssen wir noch einen Tag länger bleiben. Jaaaa; wieder so ein harter Tag im Leben eines Reisenden;-)

Um die letzen Tage hier in Kolumbien richtig auszukosten mche ich noch einen Ausflug nach Taganga.Ein kleiner Fischerort mit dem typischen karibischen Flair.

Alles scheint hier etwas bunter und relaxter zu sein…..also ein toller Ort, um die letzten Tage zu geniessen, bevor es wieder zurück nach Cartagena geht und ich endgültig Südamerika verlassen werde.:-(

Fällt mir zwar schwer, da ich hier eine fantastische Zeit hatte und irgendwie habe ich das Gefühl eine Reise zu beenden. Aber schliesslich fängt dann ja auc eine Neue in Zentralamerika an…

Um dorthin zu kommen habe ich mich entschlossen nicht den Flieger, sondern ein Segelboot zu nehmen, um für 5 Tage durch die Karibik zu segeln.

Das Verladen des Mopeds war wahrscheinlich nur fur mich etwas Nervenaufreibend…

Erst in ein kleines Boot und dann per Seilzug hinten aufs Boot.

Hat aber Alles gut geklappt und morgen früh gehts dann auf nach Panama.

Mal schauen, ob die Karibik wirklich so paradiesisch ist, wie alle behaupten;-)