Land der Superlative
Ach, was waren das für schöne Tage in Sucre….
aber schliesslich bin ich ja hier, um was zu sehen und zu erleben und Bolivien hat ja noch mehr zu bieten!Grösste Salzsee der Welt, höchste Stadt der Welt, und vieles mehr. Der Salar de Uyuni war schon vor Beginn der Reise Etwas, worauf ich mich sehr gefreut habe!
Und netterweise muß ich die Strecke nicht allein unter die Räder nehmen, sondern werde von Jürgen, Petra und ihrer Tochter Leila in ihrem “Benz” begleitet.

Es fängt alles ganz entspannt an, da die Strasse nach Potosi netterweise geteert ist;)
Zwar mit gemischten Gefühlen, aber schliesslich habe ich nicht jeden Tag diese Möglichkeit….unternehme ich eine Besichtigungstour zu den berüchtigten Minen des Cerro Rico.
Gemischte Gefühle deshalb, da viele Menschen und viele Kinder hier unter extremen Bedingungen ihren Lebensunterhalb beim Siberschürfen verdienen müssen. Unfälle sind an der Tagesordnung und der durchschnittliche Minenarbeiter hat eine Lebenserwartung von 35 Jahren, bevor die Lungen letztendlich aufgeben.
Auf dem Markt decke ich mich noch mit Geschenken in Form von Cocablättern, Dynamit( ja, das kann man hier einfach so im Laden nebenan kaufen) und Getränken als Geschenke für die Minenarbeiter ein, und los gehts.

Ein paar Cocablätter werden dem “Tios” zum Schutz geopfert.
Die Stollen sind so eng, dass ich nach 2 Stunden froh bin, wieder ans Tageslicht zu kommen.
Schon etwas erfreulicher ist da der Weg nach Uyuni. Die Piste führt an Tälern und bunten Bergen vorbei und die Weite der Landschaft ist sehr beeindruckend.
In Uyuni schliesst sich unserer Truppe Antonio an und nach dem gescheiterten Versuch eine letzte heisse Dusche im Hotel zu nehmen( über Nacht sind sämtliche Leitungen eingefroren, sodass es GAR KEIN Wasser gibt!) gehts los zum grössten Salzsee der Welt!

Keine Ahnung wie gross, aber zumindest so, dass man bis zum Horizont nichts als Salz sieht!
Der kleine Fleck am Vorderrad bin übrigens ich!

Und da soll nochmal jemand behaupten, ich hätte eine kleine Maschine ![]()
Mitten auf dem See steht dann auch ein Hotel ganz aus Salz gebaut!

Wände, Tische , Stühle und sogar die Betten sind aus Salz!
Das fahren auf der “besten Strasse Boliviens” macht soviel Spass, dass wir einige Kilometer vorrankommen und an der Isla Incahuasi
campieren und den spektakulären Sonnenuntergang geniessen.

Wenns mit bis zu -20 Grad nicht so arschkalt wäre sicherlich ein Ort, an dem ich es länger aushalten könnte!
Von da ab wurde es dann ein wenig abenteuerlich!
Die Pisten wurden zunehmend schlechter, am zweiten Tag habe ich den Seitenständer verloren ( und auf über 4000 m Höhe gibt es weder Bäume oder sonstwas um zu parken!!!),
das Hinterrad war jeden Morgen platt und das starten des Motors per Kickstarter jeden Morgen glich eher einem 10.000 m Lauf, als einem gemütlichen Start in den Tag!
In der Höhe führt die kleinste Anstrengung dazu, dass man nach Luft ringt!
Jetzt weiss ich endlich, wie es meinen Patienten in der Atem-Reha täglich geht!
Aber ich will ja nicht jammern!
Dank dem Schlafplatz im Benz und der Hilfe von meinen Mitreisenden, die durchaus auch ihre technischen Probleme hatten (unter anderem ist der Diesel über Nacht eingefroren!) ,
konnte ich die Fahrt durch eine grandiose Landschaft
mit Highlights wie der “Laguna Colorada”,
dem “arbol de las piedras”,
der “Laguna verde”
und Geysiren
nach Chile doch geniessen.

Und nach 4 Tagen frieren war es einfach himmlisch in den über 30 Grad warmen Quellen zu baden!
Und wer hätte das gedacht….es gibt sogar Seemöwen hier oben.Fast wie zu Hause!

Allein dafür hat sich der Trip gelohnt!
In San Pedro de Atacama
verbringt das “Winnerteam”
ein paar geruhsame Tage und ich hauptsächlich damit, meine Maschine wieder Fahrbereit zu machen!
Netterweise werden all die Fragen: Wo kann ich schweissen lassen ?, wo kriege ich einen neuen Schlauch?, wo kann ich das Motorrad waschen? mit den Worten “hier auf dem Campingplatz” beantwortet!
Und um San Pedro gibt es viele nette Orte , die zu kleinen Ausflügen einladen!
Der Salar de atacama ist zwar nicht so gross, wie der andere, aber mit Flamingos,
dem “Tal des Mondes”,
Schluchten und vielem mehr!

Nach ein paar Tagen scheiden sich die Wege von mir und den anderen und ich “fliege” über die Teerstrassen an die Küste und Richtung Norden.
So langsam nervt die nächtliche Kälte. ( Zwar ” nur” noch um den Gefrierpunkt, aber immernoch entschieden zu kalt! )
Und tatsächlich ist es an der Küste wärmer!
Die Landschaft der Atacamawüste ist im Vergleich zum Altiplano Boliviens zwar recht öde
und als hätte mein “Zickenzebra” mir die Qualen der letzten Wochen nicht verziehen, habe ich gleich 2 Platte in 2 Tagen und das auf ASPHALT!!!! Aber ansonsten tut es ja auch mal ganz gut, wenn Übernachtungsplatz, Essen etc. zur Abwechslung recht leicht zu finden sind!
Abenteuer hin oder her! Manchmal muss man halt auch ein wenig Entspannung haben
Ich “rase” zurück nach Bolivien über den Nationalpark Lauca auf chilenischer Seite und den Park Sajama auf Boliviens Seite!
DAS
gefällt mir schon wieder besser!
Und heisse Quellen gibts netterweise auch!( Ist nämlich schon wieder kalt!!!!)
Nach La Paz und einem extrem erfolgreichen Tag: Wäsche abgeben und abholen, einkaufen, Paket nach Hause schicken, Friseur und einiges andere hab ich wiedereinmal genug von der Kaelte und fahre in die Yungas, quasi dem “Vorort des Amazonasgebietes”
“Eigentlich” wollte ich in zwei Tagen in Copacabana sein, zumal das Schild am Anfang etwas von 90 km sagte……
Es waren dann doch fast 300!!!!
Der erste Tag war geprägt von Staub, Staub und nochmals Staub durch die vielen LKW´s.
Am zweiten Tag verwandelte der Staub sich dann in eine Art Klebematsch,
der alle paar Kilometer mein Hinterrrad blockierte und mühsam rausgepuhlt werden musste!( Siehe Haufen neben Motorrad!)
Ein Fluss, in denen ich mich und mein Moped versenkt habe und danach mühsam alles wieder trocknen musste haben auch nicht gerade dazu beigetragen, dass ich behaupten könnte, diese Stecke geniessen zu können!
Am dritten Tag dann Serpentinen , die zwar ohne Matsch, aber sehr steinig waren. Es ging abwechselnd auf 3000m und wieder runter.
Am vierten Tag ging der Sprit aus….
Aber letztendlich habe ich es geschafft und verbringe nun ein paar Ruhetage am Lago Titicaca, bevor es weiter nach Peru geht!
Trotz der echt miserablen Strassen sind mir Bolivien und seine Menschen doch sehr ans Herz gewachsen und ich kann nur jedem empfehlen mal vorbeizuschauen;)























































