Bolivien

Erstellt am Freitag 27. Juni 2008 von admin.
Kategorien: 08 Juni 2008 Brasilien Bolivien.

nach ein paar Tagen an der Küste rund um Florianapolis zieht es mich nach Norden.

Nach 30 Grad in Iguazu ist es hier mit 10 bis (knapp)20 Grad einfach zu kalt, um die traumhaften Strände zu geniessen. Zumal hier außer mir kein Mensch ist. Hat zwar den Vorteil, dass ich auf dem Campingplatz für den gleichen Preis ein kleines Zimmer haben kann, aber ein wenig Gesellschaft wäre statt dessen auch nicht zu verachten!. Ich glaube ja, der wollte einfach nur, dass ich sicher im Zimmer aufgehoben bin, sodass er Nachts nach Hause konnte!
Immerhin hat er mir seine Telefonnummer dagelassen, was ohne Handy zwar nicht wirklich hilfreich ist, aber der Wille zählt, oder nicht?
Nach einem kurzen Abstecher nach Blumenau, wo es neben München das grösste Oktoberfest der Welt gibt, fahre ich nach Pomerode. Laut eigener Aussage der “deutscheste Ort Brasiliens” und tatsächlich werden meine spanisch/portugiesischen Sprachversuche jeweils in meiner Muttersprache beantwortet!
Zwar kann ich meinen Bekannten aus Iguazu nicht erreichen und es gibt auch keinen Campingplatz, aber auf der Plaza de Eventos werde ich kurzerhand im Kaffeehaus untergebracht.

Die Freundlichkeit und Hilfbereitschaft der Menschen, die man unterwegs trifft ist immer wieder überwältigend!Aber auch hier ist es noch zu kalt, und so mache ich mich auf, weiter gen Norden.Und tatsächlich wird es von Tag zu Tag wärmer, bis die 30 Grad Grenze schon wieder fast ein wenig zu viel ist!
In Campo Grande , der Hauptstadt von Matto Grosso de Sul finde ich endlich mal wieder ein Internetcafe und einen Yamahahändler.
Eigentlich wollte ich nur kurz fragen, ob ich hier einen Zündkerzenschlüssel bekommen kann….
und schon wieder wird mein Moped kurzerhand in die Werkstadt geschoben und einer genauen Inspektion unterzogen.(Ist mir vor ein paar Tagen schonmal passiert, als ich eigentlich nur ein paar Fragen hatte!)
Dabei ist mein Moped nach all den Arbeiten in Argentinien doch quasi wie Neu!??
Der Schalthebel wird als ungenügend beurteilt und repariert, die Zündkerze ebenfalls ausgetauscht und ich kann den netten Mechaniker gerade noch davon abhalten einen kompletten Ölwechsel zu machen…


Mit vielen Tips,Ölfilter, echtem “Yamahaöl”(was auch immer das bedeutet) und dem ersehnten Zündkerzenschlüssel als Geschenk fahre ich dann nach 2 Stunden weiter.
Als letzte Station in Brasilien erkunde ich die Gegend um das Pantanal und schliesslich den Pantanalhighway selbst.Hier finde ich den geographischen Mittelpunkt Südamerikas, Canyons und Wasserfälle,die zum Baden einladen.

Und wer hätte das gedacht, es gibt hier sogar Campingplätze, die ansonsten doch sehr rar sind! Zwar sind die Wege dorthin nicht immer schön, aber es lohnt sich wirklich!


Das Pantanal ist das grösste und Tierreichste Feuchtgebiet der Erde.


Die Piste ist zwar schonmal von Wasserschweinen oder Aligatoren belegt,

aber die Lanschaft ist wunderschön.
Es macht soviel Spass zu fahren , dass ich erst viel zu spät nach einem Schlafplatz suche, da ich neben der Strasse wegen der Tiere doch ungern campen würde!
Bei Allessandra und ihrer Mutter werde ich herzlich aufgenommen und sogar zum Abendessen in die Küche eingeladen.

Nach den vergeblichen Versuchen bzw. Preisen von 50 Euro aufwärts ist es ein toller Ort und wiedereinmal treffe ich auf tolle Menschen!
Am nächsten Tag komme ich auf einem Campingplatz unter und nachdem Frosch und Aligator aus der Toilette entfernt wurden(ca 20 m neben mein Zelt!) ist es auch hier ein schöner Ort , um Lanschaft, Tiere

und Sonnenuntergang zu geniessen. Insbesondere Abends ist man von einer Geräuschkulisse umgeben, daß man instinktiv nach einem Tonband sucht, so intensiv sind die Tiergeräusche.Zwar sind die Moskitos eine echte Plage, aber wer will bei Bildern, wie Diesen noch meckern?


Nach zwei entspannten Tagen in Carceres und einigem Ärger mit den Zollbehörden verlasse ich Brasilien nach Bolivien.
Und NATÜRLICH hört die Asphaltstrasse an der Grenze prompt auf.
Zwar ist die Landschaft dieselbe, aber die Orte unterscheiden sich deutlich.


Aber trotz der Pisten und der Armut machen die Orte einen sehr symphatischen Eindruck.


So verwundert es mich auch nicht, das ich keine Papiere für das Motorrad bekommen kann, da der Zoll hier keinen Fotokopierer hat!
Also 200 km üeber Piste weiter nach San Vincente, wo es einen gibt!


Luis der Zöllner ist sehr nett und lädt mich prompt zum Essen ein, da ich ja noch kein Geld bekommen konnte, denn Banken findet man hier schonmal gar nicht!
Es ist so nett mal wieder Spanisch zu reden, dass ich über Nacht bleibe.
Bevor ich am nächsten Morgen weiterfahre, wird mein “Zebra” noch gewaschen.
Luis will für all das kein Geld haben und ich bin wiedereinmal beeindruckt von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die mir entgegengebracht wird!
Über tolle Strassen trudel ich nach ein paar Tagen in Sucre, der Hauptstadt Boliviens (jaaa, es ist nicht La Paz!) ein.

Eine tolle Stadt in der es alle Annehmlichkeiten gibt, die man sich wünscht und voll von anderen Reisenden, so dass es nicht schwerfällt ein paar Tage hierzubleiben.

OK, es gibt bestimmt viel zu erkunden, aber bei Cocktailpreisen von 50 Cent und Liveübertragung der EM-Spiele komme ich beim besten Willen nicht dazu, mich um die kulturellen Sachen zu kümmern.

Immerhin lasse ich mich von Simon und Arthur dazu überreden einen kleinen Ausflug mit dem Motorrad in die Umgebung zu machen.

Das Ganze entpuppt sich mehr oder weniger als Eselspfad mit teils schwierigen Passagen, sodass ich irgendwann erschöpft aufgebe und mein Motorrad in die Hände von Simon gebe.

Aber zumindest im Nachhineinbetrachtet war es sehr nett und das Bier schmeckt nach solchen Anstrengungen auch viiieeeel besser:-)

Und mal nebenbei bemerkt….all die, die gesagt haben, dass das Essen hier nur aus reis und Huhn besteht……sooooo schlecht finde ich es gar nicht, zumal ein Gericht zwischen 2-3 Eoro kostet…