Gute Tage,schlechte Tage

Erstellt am Donnerstag 21. Februar 2008 von admin.
Kategorien: 04 Februar 2008 Argentinien Chile.

Bei Bei bestem Wetter geniesse ich die Landschaft und Badestopps sind mindestens 2 mal am Tag noetig.Die carretera austral zeigt sich von ihrer besten Seite.


Wir fahren zwar nicht ganz bis zum Ende nach Villa O`Higgins,aber der Abstecher nach Caleta tortel hat sich auch gelohnt.


Die Strasse endet dort auf einem grossen Parkplatz und der Ort selber ist nur ueber Holztreppen und Stege rund um die Kueste zu erkunden.


Gottseidank koennen wir die meisten Sachen im Restaurant am Parkplatz lassen und mit wenig Gepaeck ein Hostel zum uebernachten suchen.
Die abstrusen Baukonstruktionen verleihen dem Ort etwas Besonderes.

Da das Wetter immernoch schoen bleibt, machen Ralf alias Ali und ich viele Abstecher nach links und rechts.

Schliesslich muss noch herausgefunden werden, wo es sich am besten schwimmen laesst. See,Fluss oder Meer.


In Chaiten verabschieden wir uns vorerst von der Kueste.
Der Platz zum uebernachten am schwarzen Strand gehoert sicherlich zu meinen Favoriten. Nur die riesigen roten Stechfliegen sind nervig.

Aber wie sagt man so schoen:Irgendwas ist ja immer!

Da wir gerne nochmal Ra wiedertreffen wollen “rasen” wir quasi ueber Futaleufu und einen tollen Pass wieder nach Argentinien.


Nach einer Woche Wildcamping geniese ich die Stadt Trevelin.Es gibt Livemusik und da wir wieder in Argentinien sind ein grosses Steak.
Die kleinen argentinischen Orte strahlen irgendwie was Freundliches aus und es gibt wieder Media Lunes (Croissants) zum Fruehstueck.
Irgndwie kriegen die Chilenen das mit dem Brot nicht auf die Reihe.


Uns fallen 100 andere Verwendungsmoeglichkeiten ein.Tuerstopper,Tassenuntersetzer,Wurfgschoss,Grillanzuender,Nadelkissen,…aber nach einem Tag bestimmt nicht mehr zum Essen.
So langsam vermisse ich das gute deutsche Brot…..
Nach einem Tag “auftanken” in einer Stadt fahren wir weiter durch den Nationalpark Los Alerces.Die einheimischen muessen keinen Eintritt bezahlen und es gibt viele kostenlose Campingplaetze rund um die Seen.


So wirkt der Park eher wie eine grosse Badeanstalt und ist ziemlich ueberfuellt.
Es soll hier schoene Wanderstrecken geben,wo man bis zu 3000 Jahre alte Baeume sehen kann die dem Park den Namen gegeben haben.
Aber bei ueber 30 Grad halte ich mich lieber auch ans baden…
In El Bolson campn wir auf der Farm von Klaus,Claudia,Anna und Mona. Den Autoren des Motorradreisebuches “Abgefahren”.
Dort treffen wir Ra und Gerben wieder,bekommen unsere von Buenos Aires geschickten Reifen,erledigen einige Arbeiten am Motorrad und geniessen ansonsten die Tage.

Die 4 haben hier ein schoenes Stueck Land und es faellt nicht schwer hier ein paar Tage haengen zu bleiben.Tagsueber spiele ich mit den Kindern,wir machen Ausfluege zur Schlucht und Abends werden bei Lagerfeuer und Asado Reisegeschichten ausgetauscht.


Auch wenn nur fuer kurze Zeit,habe ich die Zeit mit den 4 sehr genossen.
Auch Sebastian und Chuck aus Washington trudeln nach ein paar Tagen hier ein.
Zusammen fahren wir weiter Richtung Norden.


Die Landschaft ist fantastisch,dieStrasse gut und weitere Badepausen ein Muss.

In San Martin de los Andes lassen wir Chuck zurueck und fahren ueber den Pass Carirrine nach Chile.


Die “Strasse” ist schon etwas anspruchsvoller und wenn ich gewusst haette, wie es in den naechsten Tagen weitergeht waere ich wahrscheinlich umgedreht…


Nach der noch abenteurlicheren Piste durch den Nationalpark Villarica mit wunderschoener Landschaft und ganzen 2 Autos in 2 Tagen die uns entgegenkommen sind, ist es schoen in Pucon anzukommen und wieder Menschen um sich rum zu haben.


So trudeln wir langsam Richtung Norden.
Um nicht ueber die “Autobahn” fahren zu muessen entscheiden wir uns fuer einen kleinen Weg von Lonquimay nach Ralco.


Von Piste ist nicht mehr zu reden und irgendwann kurz vor dem Pass lege ich mich dann auch das erstemal hin.


Auf dem Gipfel angekommen besteht Ali auf ein Gruppenfoto,da dass der Pass ist,wo er vor 7 Jahren schon Probleme hatte raufzukommen.


Ist ja schoen ,dass Ganze JETZT zu erfahren….
Waehrend Ali und Sebastian noch den Reifen an der Africa Twin flicken mache ich mich an den Abstieg.


Ich kann mir hundertmal sagen,dass es besser ist die Fuesse auf den Rasten zu lassen und mit Motorbremse langsam runterzurollen,aber mein Grosshirn ist entschieden dagegen und meine Kraefte neigen sich dem Ende entgegen.
So rolle ich jeweils 100 Meter und mache eine Pause.
Nach gefuehlten Stunden komme ich endlich im Tal an und warte auf die anderen.
Nach 30 Minuten mache ich mir dann doch langsam Sorgen.
Ist etwas passiert oder habe ich einen Abzweig verpasst und muss zurueck???
Nach 1 Stunde trudeln die beiden endlich ein. Sebastian hatte nach dem Platten noch das Vergnuegen sich den Koffer an einem Felsen abzureissen und war ebenfalls ziemlich erschoepft.So beschliessen wir an Ort und Stelle zu campen ,Ali zaubert ein paar Biere aus seiner Tasche und ich schoepfe Hoffnung, dass es jetzt nur noch besser werden kann.
Am naechsten Morgen geht das Fahren auch schon wieder besser .
Am Fluss angekommen entdecke ich,dass die Bruecke leider nicht mehr existiert!!!


Waeren wir gestern hier angekommen haette ich entweder auf jemanden eingepruegelt oder haette losgeheult.Ali vermutet ersteres, ich letzteres.
Da hilft es auch wenig,dass die beiden mir versichern,dass ich die beste Mitfahrerin der Welt bin und das schon schaffe.
Ich faende einen Wohnmobilfahrer der vorzugsweise auf asphaltierten Strassen faehrt und ein grosses Eisfach fuer kalte Gertaenke hat jetzt wesentlich besser!
Aber was hilfts?
Nach den 30 Metern Flussdurchfahrt bin ich nicht mal mehr in der Lage meine Arme zu heben und liege erschoepft am Boden.


Als Ali erwaehnt,dass es hier noch eine kleine Piste wieder rueber nach Argentinien gibt,bin ich wirklich kurz davor….
Nja,wenn man es positiv sehen will bin ich jetzt gut trainiert fuer die Strassen in Bolivien.
Dass es noch schlimmer kommen koennte verdraenge ich jetzt einfach mal.
Ich bestehe auf einen Ruhetag auf einem richtigen Campingplatz und schaffe es dort sogar meine Haare zu faerben.Wenn ich schon sonst aussehe wie Schlunz dann wenigstens mit roten Haaren!!!


Die Leute hier in Chile sind unglaublich nett. Anna-Maria bringt uns frischgepflueckte Pflaumen vorbei und von Maria und ihrer Familie werden wir herzlich eingeladen Sie in Conzeption zu besuchen.


Auch sonst werden wir immerwieder neugierig gefragt,wo wir herkommen,wie wir Chile finden,….leider ist mein Spanisch immernoch nicht wirklich gut,was mich in meiner Idee in Buenos Aires doch noch einen Sprachkursus zu machen bestaerkt!Plaene koennen sich hier zwar schnell aendern aber irgendein Ziel brauche ich dann doch….

Zum Schluss noch ein paar Bilder….